Meine kleine Rundreise durch Südwest-Australien startet wie soll es anders sein in Perth. Entlang der 'golden Pipeline', die noch heute die Goldgräberstadt Kalgoorlie mit Wasser versorgt ging es eben genau da hin: Kalgoorlie. Diese knapp 30.000 Einwohner große Stadt ist eine zum australischen Goldrausch gegründete Stadt. Noch heute dominiert der Goldtagebau die Stadt wobei mittlerweile auch andere Bodenschätze abgebaut werden. Dadurch hat sich diese Stadt zu der größten im Outback gemausert und ist zugleich die letzte Stadt bevor es in das Territorium der Aborigines geht und somit nur noch auf unbefestigten Straßen weiter geht. In Kalgoorlie selber gibt es eigentlich nicht viel zu sehen. Neben einigen schmucken Häuserchen und rustikalen Pubs ist die Stadt vorrangig von Hotels und Restaurants geprägt um die ganzen zureisenenden Minenarbeitern zu versorgen. Wesentlich imposanter ist der Tagebau 'Superpit' welche zu den größten Goldtagebauminen der Welt gehört.
Interessant klang die verlassene Stadt ca. 30km östlich von Kalgoorlie. Diese war das Zentrum der Region bevor Kalgoorlie aufblühte. Heute ist es nur noch eine verlassene Stadt. So versprach es der Reiseführer. Also habe ich mich auf der gut ausgebauten Straße etwas weiter gen Osten getraut um mir das mal anzuschauen. Leider war die verlassene Stadt nur noch eine Ansammlung von Schildern und ein paar unbefestigten Wegen, die auf die vorherige Stadt hinweisen. Die Hoffnung eine "verlassene Westernstadt" vorzufinden war leider enttäuscht aber es zeigte ein paar (verzweifelte) Goldgräber, die im Stile des 20. Jahrhunderts mit Metalldetektor und Schaufel noch die letzten Überreste eingesammelt haben.
Im Anschluss ging es dann weiter nach Süden Richtung Esperance. Eigentlich war dieses Stück im Reiseführer nicht als sonderlich interessant beschrieben aber da haben die sich meiner Meinung etwas vertan. Denn auf fast dem ganzen Stück (knapp 400km) fanden sich die Saltlakes. Diese sehr flachen und weitläufigen Seen haben nur nach langen Regenschauern Wasser. In der übrigen Zeit sind es einfach nur ausgetrocknete Seen, die mit einer Salzschicht überdeckt sind. Daher sind das extrem ebene Flächen ohne Bewuchs (zudem weiß schimmernd durch das Salz). Da wir einen sehr trockenen Sommer hinter uns haben (ja ich weiß, man hört anderes in den Nachrichten, aber die Überschwemmung war im Osten, im Westen ist Wasserknappheit) war mir der Anblick vergönnt. Die Einwohner nutzen diese Flächen üblicherweise fürs 'Segeln' mittels Dreirädern. Diese schaffen locker 100km/h und wären sicherlich 'nen Spaß wert. Wie aber leider so oft in Australien gibt es die interessanten Sachen nicht zu leihen sondern man muss sie besitzen (man kann genauso wenig Jetskis irgendwo leihen). Somit war mir diese Erfahrung leider vergönnt und ich musste mich auf den imposanten Ausblick beschränken. Entlang diverser Aussichten auf diese Seen bin ich dann weiter Richtung Esperance gefahren.
Esperance ist die Heimat der Golden Coast Road, welche in allen Touristenblättern als die beste Straße beschrieben wird um Ausblicke auf die schönsten Strände zu erleben. Angespornt von dieser Beschreibung habe ich mich trotz bedeckten Wetters genau auf diese 12km Strecke gemacht. Nunja, es sind definitiv schöne Strände und wenn das Wetter mitgespielt hätte sicherlich auch nen Besuch wert gewesen. Aber leider empfand ich die ganzen Strände zu sehr präpariert und somit schon fast künstlich. Hab es mir trotzdem nicht nehmen lassen diese einfach mal etwas zu fotografieren und ein paar Sonnenuntergänge einzufangen. Man weiß ja nicht, was sonst noch so kommt und was man hat, hat man. Nun war Tag 2 also gut rum und ich habe schon einen Großteil der geplanten Strecke hinter mir. An sich ne gute Leistung für nur 2 Tage Fahrt aber da das Wetter im Süden bislang nicht so berauschend war, halte ich mich hier nicht länger als nötig auf. Somit mache ich mit mit Einbruch der Dunkelheit noch Richtung Albany, wo ich dann am Tag 3 in ein Hostel einchecken werde (endlich mal wieder ein Bett und eine Dusche).