*brrrrr* Kalt hier im Süden... Da sagt man doch immer im Süden ist es warm, aber irgendwie ist auch das in Australien anders. KALT um genau zusagen: Fleecepulli kalt ist es. Auto sagt 19°C aber das ist mal definitiv gelogen. Ober hab ich mich schon an die Temperaturen so gewöhnt? Nunja auf jeden Fall bin ich mehrere male heute Nacht wach geworden weil mir kalt war. Also mal den Notpulli raussuchen, Kaffee kochen und dann überlegen wo es denn heute mal hin geht. Geschlafen habe ich heute an dem Highway 1 auf einem Parkplatz, der ein wenig von der Straße abgeschottet war. Mit mir haben 2 Campinganhänger übernachtet aber noch tut sich da nichts. Naja wenn ich nicht frieren würde, würde ich wohl auch noch schlafen. Uhr sagt 7:30h, ja ich würde schlafen :)
Also heißen Kaffee (instant Kaffee, hm naja) und Pulli haben meine Laune derweil etwas gebessert und somit ist es mal an der Zeit rauszufinden wo man eigentlich genau steckt. Ohne echtes Kartenmaterial oder GPS gar nicht so einfach. Naja ich bin noch etwa 1 Stunde gestern aus Albany rausgefahren, bis ich einen standesgemäßen Parkplatz gefunden habe. Also sagen wir mal einfach 80km hinter Esperance Richtung Albany. Nun für heute steht Albany auf dem Plan aber vorher noch in Hopetoun und Bremer Bay vorbeifahren.
Auf dem doch noch sehr langen Highway 1 bis zu meiner Kreuzung nach Hopetoun war es dann leider vorbei mit den Radiosendern. Also musste ich mal eben anhalten und wie es sich für nen echten Camper gehört man eben mit dem Laptop ne CD brennen. Schlimm, dass man nicht mal da draußen ohne Computer auskommt. Aber die Mittelwelle war echt nervig und selber singen wollte ich dann doch nicht :)
Hopetoun (kein Schreibfehler, die Stadt heißt wirklich toun und nicht town) ist nur sehr beiläufig in meinem Reiseführer erwähnt. Als ich da war wusste ich auch etwa warum :) Das kleine Dörfchen an der Südküste ist überrannt von Rentnern. Anscheinend wohlhabende Rentner, denn der Ort und die Strände waren derart perfekt hergerichtet, dass man die unberührte Natur gar nicht wirklich genießen kann. Trotz dieser etwas zu sorgfältigen Pflege und den Wolken am Himmel ist der Ausblick aufs Meer aber auch hier schön. Dennoch geht es recht schnell wieder weiter Richtung Bremer Bay.
Auf dem Rückweg von Hopetoun auf die Hauptstraße ist mir dann auch ein total typisches Australisches Schild untergekommen. "Achtung Kamele" hätte ich nun beim besten Willen nicht erwartet und tatsächlich waren da auch welche. Schien aber mal wieder eine Farm zu sein, die sich Kamele halten. Aber doch nett von Australien sich dafür extra Strassenschilder einfallen zu lassen.
Nun also weiter auf dem Highway 1 Richtung der nächsten Kreuzung wo ich ab muss um nach Bremer Bay zu kommen. Jedoch stieß ich unterwegs auf eine Abzweigung, die provisorisch mit einem Sandhügel verschlossen war. *hmmm* ich hab ja nen geländegängigen Wagen und hinter dem Hügel sieht die Straße eigentlich recht neu aus. Da keiner guckt entscheide ich mich, diese Abzweigung einfach mal zu nehmen und zu schauen warum die ne gute Straße einfach schließen. Kurz darauf wurde ich von einem etwas größeren Sandhügel gestoppt um den ich beim besten Willen nicht drum rum kam. Also da es eh ne gesperrte Sackgasse ist, hab ich mein Auto da gelassen und mich zu Fuß um den Sandhügel begeben. Nun ohne Brücke ist es sicher schwierig den Fluss zu kreuzen und wie ich sehe war die Straße komplett fertig (auch die andere Seite) nur die Brücke fehlte. Warum auch immer man sich entschlossen hat die 500m weiter nördlich zu bauen blieb mir verwehrt, aber das fast ausgetrockenete Flussbett hat mich mal wieder dazu inspiriert meine Kamera zu zücken. Anschließend habe ich mich mal wieder auf die echte Straße begeben und bin weiter Richtung Bremer Bay getuckert.
Kurz vor Bremer Bay habe ich dann mal wieder einen Tankstopp gemacht und da die auch echten heißen Kaffee da hatten, hab ich mir den mal gegönnt. Netterweise gab es auch gleich ne kostenlose Karte der Umgebung, so dass ich die Pause nutze um meinen Bremer Bay Aufenthalt etwas zu planen. Wie es scheint bringen mich 2 Wege nach Bremer Bay. Der Highway 1 und eine Stichstraße oder aber die Abkürzung mitten durch. Warum auch immer war die Straße deutlich kleiner gezeichnet als der Highway. Da es aber auch Straßen mit "4wd only" auf diesem Plan gab, kann das ja nichts Schlimmes sein. Also nehme ich die Abkürzung und schaue mal. Schauen trifft es gut. Denn schauen konnte ich genug. Die kleiner gezeichnete Straße entpuppte sich als "Dirtroad" sprich Feldweg. Dieser war jedoch gut präpariert. Da die Oberfläche streckenweise doch etwas rauh war war dann bei 60km/h genug Geklapper in meinem Auto und somit hatte ich Zeit mich umzusehen. Nach vorne sah man einen nicht endenen Feldweg und links und rechts wieder mal rote Erde mit ein paar Büschen. Hatte ich mir spannender gedacht, somit fing ich an über die "4wd only" Wege nachzudenken, die mich auch zum Ziel bringen würden (auch wenn sicher langsamer). Diesen Plan habe ich dann verworfen sobald die entsprechende Kreuzung kam. Dass an dieser Kreuzung keine Ampel war, war auch alles. Die Vorfahrt war geregelt, die Feldwege haben sogar Straßennamen und da drängt sich eigentlich die Frage auf: muss ich jetzt auch blinken? Nunja, Links keiner zu sehen, rechts keiner zu sehen und hinter mir erst recht nicht (noch sehr staubig). Somit spare ich mal Strom und blinke nicht ;)
Naja eigentlich bin ich sogar stehen geblieben. Links ging nun der "4WD only" Weg ab und rechts der Feldweg. Da links noch von diversen Warnschildern begleitet war, habe ich mich doch lieber für die ruckelige aber langweilige Strecke auf der Dirtroad entschieden. Also rechts ab.
Nun bin ich "endlich" in Bremer Bay. Den lokalen Supermarkt musste ich nun erstmal um eine "Allzweckdecke" erleichtern, die mit 15 EUR nicht unbedingt zu einem Schnäppchen zählt. Aber nochmal frieren muss ja nicht sein. Wie ich sehe gibt es in diesem Kaff sogar Internet, also hab ich mich mal kurz in die Community Hall gesetzt und meine Mails abgerufen. Da sie aber leider kurz drauf schließen blieb nur Zeit für ein ganz kurzen Check der Mail und einer kleinen Ansicht der Googlemaps wo ich nun genau stecke und wie viel ich schon hinter mir hatte. Also mehr als die Hälfte der Strecke sollte ich nun auf dem Tacho haben. Also mal etwas ruhiger angehen lassen die nächsten Tage, sonst bin ich viel zu früh wieder zu Hause in Perth :)
Mit der frisch gewonnen Zeit habe ich also Entschieden nicht nur meinen üblichen Stop am Strand zu machen und dann weiter sondern einfach mal etwas mehr Wege auszuprobieren und schauen was da vielleicht noch so zu finden ist. Dieser Strategiewechsel entpuppte sich als genau richtige Entscheidung. In Bremer Bay mündet der Bremer (Fluss) in den Ozean. Und da hier ein recht trockener Sommer herrschte ist der Fluss fast ausgetrocknet. Somit ist an der Mündung eine Strandbrücke zum anderen Ufer übrig geblieben. Ich finde das ist das richtige Panorama um meine Klapperkiste mal zu fotografieren. Und wenn man schon auf die andere Seite kann, dann schaue ich da doch auch gleich noch mal nach. Da es mal wieder eine rote Straße wird schalte ich mal lieber den Allradantrieb ein. Wie sich zeigte auch das eine sehr gute Entscheidung. Denn ich bin direkt auf der "4WD only" Straße gelandet wo ich mich keine 2 Stunden vorher noch gegen entschieden hatte. Auch hier schrecken mich die Warnhinweise allá "nur trocken befahrbar" ab und ich kehre lieber wieder um. Ich wüsste ja nichtmal wen ich anrufen soll wenn ich wirklich steckenbleibe. Also lasse ich unberührte Natur unberührte Natur sein und kehre um. Schließlich gab es auf der anderen Seite noch einige Straßen zu erkunden. Irgendwo hatte ich auch schon ein Hinweisschild auf einen Aussichtspunkt gesehen, somit rückt der nun in meinen Fokus. Tatsächlich gibt es rund um Bremer Bay diverse "Sehenswürdigkeiten" die man aber nur findet, wenn man fast davor steht. Gut, dass ich mir die Zeit genommen habe.
Der angekündigte Aussichtsturm entpuppte sich jedoch als kleines Drahtgestell auf einem Berg. Ich war streckenweise etwas enttäuscht aber wenn man schon mal da ist, kann man die 25 Stufen auch noch erklimmen. Und tatsächlich war der Turm nicht hoch, aber hoch genug um alles zu überblicken. Auch hier täuschte der erste Eindruck.
Nun habe ich aber echt genug Zeit da vertrödelt und eigentlich wollte ich heute Nacht ja noch in Albany in ein Hostel eichecken um nicht wieder zu frieren. Da es in 2 Stunden schon dunkel ist, denke ich mach ich mich mal los. Diesmal die gut ausgebaute Stichstraße zurück auf den Highway 1 und dann weiter bis nach Albany. Wie ich feststellen musste war stock duster als ich ankam und im dunkeln noch nen Hostel suchen? Naja also doch noch mal eine Nacht in meinem Camper. Dank meiner neuen Anschaffung sollte ich ja diesmal nicht frieren. Kurz vor Albany fand sich wieder ein Parkplatz, der wieder mal etwas abseits vom Straßenlärm ist. Nicht so schön wie die Nächte davor sollte aber ausreichen.
Und auch diese Nacht war mal wieder zu kalt und somit bin ich auch mal wieder zu früh aufgewacht. Da ich nun schon sehr dicht an Albany bin fahre ich doch einfach rein und gönne mir nen warmen Kaffee. Kurz danach habe ich mich entgültig dazu entschieden, dass ich den Tag in Albany verbringe und dann abends in mein Hostel entschwinde. So werde ich endlich meine warme Dusche und ein echtes Bett bekommen. Nach kurzer Suche habe ich mein Hostel gefunden und da es kaum genutzt wurde habe ich einfach in ein leeres 5-Bettzimmer eingebucht und gehofft, dass es auch so bleibt. Somit ab unter die Dusche und dann in die Innenstadt und mal schauen was Albany so zu bieten hat. So viel wie erwartet ist es dann doch nicht, da sich auch Albany als eher kleine Stadt entpuppte aber zumindest gibt es richtige Geschäfte und auch mehr als 1 Restaurant. Nachdem ich also den Tag so durch Albany gestreift bin und alles fotografiert habe was da so heraus stach war mir Abends mal wieder nach etwas Natur. Somit habe ich mich zum Sonnenuntergang in den nahe gelegenen Windpark begeben. Dieser soll laut Reiseführer zwar eine ungewöhnliche Attraktion sein aber nett gestaltet. Und tatsächlich störten die Windräder kaum den schönen Ausblick. Auf dem Rückweg habe ich die Chance genutzt ein paar Nachtaufnahmen von Albany zu machen um dann zeitig in mein schön warmes und weiches Bett zu entschwinden. Netterweise ist mein 5 Bett-Zimmer ein Einzelzimmer geblieben. Endlich mal wieder ordentlich ausschlafen bis etwa halb 8. Anscheinend hab ich mich schon an die Zeit gewöhnt...